Alle Beiträge
Fachwissen · Redaktion GOÄ-Direkt

Hautkrebsscreening nach GOÄ abrechnen: Die richtigen Ziffern und Tipps

Hautkrebsscreening nach GOÄ richtig abrechnen: Welche Ziffern gelten? Was kostet es den Patienten? Tipps für Dermatologen und Hausärzte.

Das Hautkrebsscreening gehört zu den häufigsten Vorsorgeleistungen in der dermatologischen und allgemeinmedizinischen Praxis. Für Privatpatienten und Selbstzahler wird es nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Dieser Beitrag zeigt, welche Ziffern gelten, was das Screening den Patienten kostet und worauf Sie bei der Abrechnung achten müssen.

Hinweis: Alle Beträge basieren auf dem aktuellen Punktwert von 5,82873 Cent. Stand 2026 — Änderungen vorbehalten.

Hautkrebsscreening — wann GOÄ, wann Kasse?

Für gesetzlich versicherte Patienten ab 35 Jahren übernimmt die Krankenkasse alle zwei Jahre ein Hautkrebsscreening — abgerechnet über den EBM. Nach GOÄ wird das Screening abgerechnet, wenn:

  • Privatpatienten — die Leistung wird regulär nach GOÄ abgerechnet
  • Selbstzahler — gesetzlich Versicherte, die die Leistung privat bezahlen möchten
  • Patienten unter 35 Jahren — kein Kassenanspruch auf Hautkrebsscreening
  • Häufigeres Screening — Intervall kürzer als 2 Jahre gewünscht
  • Auflichtmikroskopie — die Dermatoskopie als Zusatzleistung ist eine typische IGeL

In allen diesen Fällen ist die GOÄ die verbindliche Abrechnungsgrundlage — auch wenn es sich um eine IGeL-Leistung handelt.

Welche GOÄ-Ziffern gelten für das Hautkrebsscreening?

Ein vollständiges Hautkrebsscreening setzt sich typischerweise aus drei Komponenten zusammen: Beratung, Ganzkörperinspektion der Haut und ggf. Auflichtmikroskopie (Dermatoskopie). Die relevanten GOÄ-Ziffern im Überblick:

ZifferLeistungPunktzahl1-fach2,3-fach
1Beratung804,66 €10,73 €
7Untersuchung Organsystem (Haut)1609,33 €21,45 €
750Auflichtmikroskopie (Dermatoskopie)804,66 €10,73 €

GOÄ 1 oder GOÄ 3 — Beratung

Die Ziffer 1 deckt die ärztliche Beratung ab — z.B. Aufklärung über den Ablauf, Risikofaktoren und Befundbesprechung. Bei eingehender Beratung über 10 Minuten (z.B. bei positivem Befund) kann stattdessen Ziffer 3 (150 Punkte, 20,11 € bei 2,3-fach) abgerechnet werden.

GOÄ 7 — Untersuchung des Organsystems Haut

Die Ziffer 7 ist die Kernziffer des Hautkrebsscreenings. Sie umfasst die vollständige Inspektion des gesamten Hautorgans — also die systematische Untersuchung der gesamten Körperoberfläche einschließlich der Schleimhäute und der behaarten Kopfhaut. Alternativ kann bei einer noch umfassenderen Ganzkörperuntersuchung die Ziffer 8 (250 Punkte, 33,52 € bei 2,3-fach) in Betracht kommen.

GOÄ 750 — Auflichtmikroskopie / Dermatoskopie

Die Ziffer 750 bildet die auflichtmikroskopische Untersuchung der Haut ab — also die Betrachtung verdächtiger Hautläsionen mit dem Dermatoskop. Diese Leistung ist die Schlüsselziffer für eine qualitativ hochwertige Hautkrebsvorsorge und wird in der Praxis häufig vergessen.

Praxis-Tipp: Wenn Sie ein Dermatoskop einsetzen, rechnen Sie die Ziffer 750 immer mit ab. Viele Praxen verschenken hier Honorar, weil sie die Dermatoskopie nicht separat abrechnen.

Was kostet das Hautkrebsscreening für Privatpatienten?

Die Kosten für ein Hautkrebsscreening hängen vom Umfang der Untersuchung und dem gewählten Steigerungssatz ab. Eine typische Rechnung sieht so aus:

ZifferLeistungFaktorBetrag
1Beratung2,310,73 €
7Untersuchung Organsystem (Haut)2,321,45 €
750Auflichtmikroskopie (Dermatoskopie)2,310,73 €
Gesamtbetrag42,91 €

Je nach Umfang und Steigerungssatz liegt die Kostenspanne für ein Hautkrebsscreening typischerweise zwischen 25 € und 65 €. Bei besonders aufwändiger Befundung oder erhöhtem Steigerungssatz kann der Betrag höher ausfallen.

Hautkrebsscreening als IGeL-Leistung abrechnen

Für gesetzlich versicherte Patienten ist das Hautkrebsscreening eine IGeL-Leistung, wenn:

  • Der Patient jünger als 35 Jahre ist
  • Das Intervall kürzer als 2 Jahre ist
  • Die Auflichtmikroskopie als Zusatzleistung gewünscht wird (das GKV-Screening umfasst nur die visuelle Inspektion)

Wichtig: Auch bei IGeL-Leistungen ist die GOÄ die verbindliche Abrechnungsgrundlage. Zusätzlich müssen Sie folgende Schritte einhalten:

  1. Mündliche Aufklärung über die Leistung, den Nutzen und die Kosten
  2. Schriftliche Vereinbarung vor Erbringung der Leistung (IGeL-Vertrag)
  3. Rechnung nach GOÄ mit allen Pflichtangaben

Ohne schriftliche Vereinbarung haben Sie im Streitfall keinen Anspruch auf das Honorar.

Besonderheiten für Hausärzte vs. Dermatologen

Sowohl Hausärzte als auch Dermatologen können das Hautkrebsscreening nach GOÄ abrechnen — mit unterschiedlichen Schwerpunkten:

AspektHausärzteDermatologen
Typische ZiffernGOÄ 1 + 7GOÄ 1 + 7 + 750
DermatoskopieFalls Dermatoskop vorhandenStandardmäßig
Erweiterte DiagnostikÜberweisung bei VerdachtBiopsie, videogestützte Dokumentation
Typischer Gesamtbetragca. 25–35 €ca. 35–65 €

Dürfen Hausärzte die Dermatoskopie abrechnen? Ja — sofern sie ein Dermatoskop besitzen und die Untersuchung tatsächlich durchführen. Die GOÄ schränkt die Ziffer 750 nicht auf bestimmte Fachrichtungen ein.

Häufige Fehler bei der Abrechnung

  1. Ziffer 750 vergessen — Obwohl das Dermatoskop eingesetzt wird, wird nur die Untersuchung (Ziffer 7) abgerechnet. Die Dermatoskopie ist eine eigenständige Leistung.
  2. Fehlende Begründung bei Steigerung — Wird über den 2,3-fachen Satz hinaus gesteigert, ist eine individuelle Begründung auf der Rechnung Pflicht.
  3. Keine IGeL-Vereinbarung — Bei gesetzlich versicherten Patienten fehlt die schriftliche Vereinbarung vor der Leistungserbringung.
  4. Falsche Ziffer für die Untersuchung — Ziffer 5 (symptombezogene Untersuchung) statt Ziffer 7 (Organsystem) bei einer Ganzkörperinspektion der Haut.

FAQ — Häufige Fragen zum Hautkrebsscreening nach GOÄ

Welche GOÄ-Ziffer gilt für das Hautkrebsscreening?

Die Hauptziffern sind GOÄ 7 (Untersuchung Organsystem Haut) und GOÄ 750 (Auflichtmikroskopie/Dermatoskopie). Dazu kommt GOÄ 1 oder GOÄ 3 für die Beratung.

Was kostet ein Hautkrebsscreening beim Privatarzt?

Typischerweise zwischen 25 € und 65 €, je nach Umfang der Untersuchung und gewähltem Steigerungssatz. Mit Beratung, Ganzkörperinspektion und Dermatoskopie liegt der Betrag beim 2,3-fachen Satz bei rund 43 €.

Ist Hautkrebsscreening eine IGeL-Leistung?

Für Kassenpatienten unter 35 Jahren oder bei häufigerem Screening als alle 2 Jahre: ja. Die Auflichtmikroskopie (Dermatoskopie) ist auch für Kassenpatienten über 35 eine IGeL, da das GKV-Screening nur die visuelle Inspektion umfasst. Für Privatpatienten wird das Screening regulär nach GOÄ abgerechnet.

Dürfen Hausärzte Hautkrebsscreening nach GOÄ abrechnen?

Ja. Die GOÄ schränkt das Hautkrebsscreening nicht auf Dermatologen ein. Hausärzte können die Ziffern 1, 7 und — bei Einsatz eines Dermatoskops — auch 750 abrechnen.

Über den Autor

Redaktion GOÄ-Direkt

Fachredaktion für privatärztliche Abrechnung bei GOÄ-Direkt. Wir unterstützen niedergelassene Ärztinnen und Ärzte mit praxisnahem Wissen rund um die GOÄ.